Bienen & Agro-Gentechnik
Bienen & Agro-Gentechnik

Imkerei wichtiger Aspekt auf der GMO-Free Europe Conference

Am 04. und 05. September fand in Brüssel die siebte Konferenz Gentechnikfreier Regionen (GMO-Free Europe) statt. Zahlreiche Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen diskutierten mit Vertretern der EU-Kommission, Abgeordneten des europäischen Parlaments und Wissenschaftlern über das Thema Agro-Gentechnik. Dabei spielten auch die Imkerei und ihre Probleme mit gentechnischen Kontaminationen eine wichtige Rolle.

Am ersten Veranstaltungstag erläuterten Walter Haefeker, der Präsident des Europäischen Berufsimkerverbands (EPBA), und Thomas Radetzki von Mellifera in einem Workshop unter dem Titel „Warum Honigbienen ein GVO-freies Europa brauchen“ die besondere Dringlichkeit des Themas. Die Gefahren, die Bienen durch verunreinigte Pollen oder durch die von manchen gentechnisch veränderten Pflanzen freigesetzten Giftstoffe drohen, wurden hier deutlich.

Während des zweiten Tages, der in einem Sitzungssaal des EU-Parlaments statt fand, war mit Eric Poudelet ein leitender Mitarbeiter der EU-Kommission anwesend. Er verteidigte die gentechnik-freundliche Position der Kommission trotz scharfer Kritik vom Podium und aus den Reihen der Zuhörer. Mit Bezug auf das EuGH-Urteil von letztem Jahr, das den Verkauf von gentechnisch verunreinigtem Honig untersagt – auch wenn die Kontamination minimal ist – kündigte Poudelet eine neue Direktive an. Damit will die Kommission auch das Inverkehrbringen von Honig mit Gentechnik-Pollen ermöglichen und so die Rechtsprechung des EuGH unterlaufen. Also eine fragwürdige Behandlung der Symptome anstatt einer wirklichen Lösung des Problems Agro-Gentechnik.

Kurz darauf hatten die Imkereivertreter Haefeker und Radetzki noch mal Gelegenheit, den Veranstaltungsteilnehmern – und auch Poudelet – ihre Sicht der Dinge darzulegen. „Unsere Honigkunden wollen keinen gentechnisch veränderten Pollen im Honig“, unterstrich Radetzki. Diese Ablehnung sei völlig unabhängig von der Zulassung oder der Kennzeichnung von Gentechnik. „Wir verlangen von der Kommission, dass wir die versprochenen Koexistenz-Rechte ebenso zugesprochen kriegen, wie jeder Landwirt es haben sollte“, stellte er klar. Ansonsten sei eine Vermarktung des Honigs kaum möglich.

Berufsimkerpräsident Haefeker gratulierte den Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen zu ihren Erfolgen im Engagement gegen die Agro-Gentechnik. Ohne sie sei eine Produktion von gentechnikfreiem Honig schon nicht mehr möglich. An der EU-Kommission äußerte er hingegen deutliche Kritik: „Die Kommission erfüllt ihre Pflicht, den Imkereisektor zu schützen, nicht“, sagte Haefeker und erhielt dafür Applaus von den Konferenzteilnehmern. Er widersprach den Behauptungen der Kommissionsvertreter, wonach diese den Imkern mit neuen Regelungen helfen wolle. Die Imker stünden vielmehr für eine klare Kennzeichnung: „Wir stehen zusammen und kämpfen für das Recht unserer Kunden zu wissen, was in ihrem Honig ist“, erklärte der EPBA-Präsident.

17.09.2012

« zurück

Kampagnen-Shop

Kampagnen-Shop

Unterstützen Sie die klagenden Imker durch Anstecker, T-Shirts & Taschen. Bestellen Sie hier!

Aktuell

Termine

Veranstaltungen von Mellifera 2012: Terminkalender

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter, um aktuelle Neuigkeiten über unsere Arbeit zu erfahren:
Newsletter-Abo


Mellifera e.V.