Bienen & Agro-Gentechnik
Bienen & Agro-Gentechnik

Not der Blütenbestäuber

Viele Blüten besuchende Insekten ernähren sich nicht nur vom Nektar, den die Blüten abgeben, sondern sie benötigen den Pollen als Eiweißnahrung. Alle Bienen, die Honigbiene ebenso wie die Wildbienen decken ihren Eiweiß-Bedarf ebenso wie den der Jungtiere zu 100% mit Blütenpollen. In vielen Regionen Deutschlands bilden landwirtschaftliche Kulturpflanzen wie Raps, Mais und Sonnenblume die Haupt-Pollenquelle für diese Insekten. Wildpflanzen, die diese Versorgung leisten könnten, wurden aus der Kulturlandschaft in hohem Maße vor allem durch intensive Landwirtschaft verdrängt. Im Falle der Einführung von Agro-Gentechnik werden sich diese Insekten zu einem mehr oder weniger großen Anteil mit gentechnisch verändertem Pollen ernähren. Die Auswirkungen sind nicht absehbar. Beobachtet wurde ein Rückgang der Vielfalt von Insekten und Wildpflanzen. Ebenso wurde ein Überschreiten der Artgrenzen bei der Verdauung von gentechnisch verändertem Pollen im Darm von Honigbienen beobachtet. Zu befürchten sind zudem Schäden der Insekten, vor allem der Bienen durch Toxin-haltigen Pollen (z.B. Bt-Mais).


Fleiß der Biene wird ihr Verhängnis

Die Honigbiene ist von der Agro-Gentechnik in besonderem Maße betroffen.
Sie wird als blütenstete Pollensammlerin mit einem Flugradius von 3km und mehr auf einer Fläche von 30 bis 50 Quadratkilometer den Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen auf gentechnisch nicht veränderte Pflanzen übertragen. Sie sorgt also in hohem Umfang für die Auskreuzung und somit die Kontamination gentechnikfreier Flächen mit Agro-Gentechnik. Darum wird die Honigbiene wesentlich stärker als die Wildbienen mit einem meist kleinen Flugradius in der Landwirtschaft kritisch betrachtet werden. Die Landwirte, die gentechnik-frei anbauen, müssen von der Honigbiene die Kontamination ihrer Ernte mit Agro-Gentechnik befürchten. Die Gentech-Landwirte dagegen müssen aufgrund der Auskreuzung durch die Honigbiene mit Schadensersatzforderungen rechnen. So wird die Honigbiene nach Einführung der Agro-Gentechnik in der Landwirtschaft unerwünscht sein. Für die ohnehin stark rückläufige Imkerei in Deutschland ist dies eine existentielle Bedrohung!
Zudem erzeugt die Biene das Lebensmittel, das als allererstes gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten wird – noch bevor gentechnisch veränderte Lebensmittel geerntet werden: Honig beinhaltet sofort gentechnisch veränderten Pollen, wenn im Flugradius gentechnisch veränderte Bienenweidepflanzen (Raps oder Mais) angebaut werden. Von den Bienen gesammelter Blütenpollen hatte bereits im Jahr 2005 in der Nähe von Genmais-Versuchsflächen in Deutschland Werte von bis zu 4,4% gentechnisch veränderte Bestandteile!

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