Bienen & Agro-Gentechnik
Bienen & Agro-Gentechnik

Was ist Agro-Gentechnik?

Nach deutschem Gentechnik-Gesetz ist ein gentechnisch veränderter Organismus (GVO) „…ein Organismus, dessen genetisches Material in einer Weise verändert worden ist, wie es unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommt.“ Das bedeutet, dass in der Agro-Gentechnik Pflanzen mit Hilfe von gentechnischen Verfahren künstlich geschaffen werden, die in der Natur und auch in der Kultur der Landwirtschaft mit herkömmlichen Verfahren wie Zucht und Kreuzung nicht entstehen können.
Konkret werden dabei einzelne Abschnitte aus der DNA (den Erbanlagen) eines Organismus isoliert, mit anderen Abschnitten neu kombiniert und dann in den Zellkern eines anderen Organismus übertragen. Dies geschieht entweder mit Hilfe von Bakterien oder mit der so genannten Genkanone. Im ersten Fall werden Zellen mit Bakterien infiziert, die dabei die Gensequenzen in den Zellkern einschleusen. Im zweiten Fall werden mit DNA-Sequenzen überzogene Gold- oder Wolfram-Partikel im so genannten „Schrotschussverfahren“ auf die Zellkerne geschossen. Dabei werden einzelne Zellkerne so getroffen, dass die Gensequenzen eingebaut werden. Um die Zellen wiederum herauszufinden, in denen die Gen-Veränderung stattgefunden hat, wird gleichzeitig mit der gewünschten Erbinformation noch ein Antibiotika-Resistenz-Gen als Marker-Gen übertragen. So können durch eine Antibiotika-Behandlung die veränderten Zellen erkannt werden, da nur sie die Antibiotika-Behandlung überleben.

Die Methoden arbeiten beide nach dem Zufallsprinzip und das Ergebnis ist in keinem Fall vorhersehbar, auch nicht bei den Zellen, in denen die Erbgutübertragung erfolgreich war. Völlig unvorhersehbar sind sowohl die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Genen als auch die sogenannten Positionseffekte. Sie sind darauf zurückzuführen, dass identische Gensequenzen an unterschiedlichen Positionen in der DNA völlig unterschiedliche Funktionen ausüben können.

Die Gentechnik arbeitet unabhängig von Artgrenzen. Das bedeutet konkret, dass nicht nur Gene von unterschiedlichen Pflanzenarten miteinander kombiniert werden, sondern dass auch die Grenzen von Pflanze zu Tier und auch zum Menschen überschritten werden können und auch überschritten werden.

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