Kommt der Gen-Mais - gehen die Bienen
24. Juli 2007
Imker Bablok zieht heute früh mit seinen Bienen weg von Gen-Maisfeld. Der in Berlin von den Regierungsparteien vorgestellte Gesetzentwurf ignoriert die Belange der Bienenwirtschaft. Mit neuem Gentechnikgesetz lässt die große Koalition die Imker im Stich.
In der Nähe der Bienenstände von Imker Bablok baut der Freistaat Bayern Gentechnik-Mais an. Unlängst entschied der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in einem Eilverfahren, dass der Freistaat vorerst keine Rücksicht auf die Imker nehmen muss. Trotz nicht ausgeräumter Zweifel an der Zulassung des angebauten Gentechnik-Maises sollen Imker Einträge von GVO-Pollen dulden. "Bereits im letzten Jahr wurde in meinen Pollenprodukten bedeutende Mengen an GVO gefunden. Ich muss davon ausgehen, dass diese auch im Honig landen. Kein Mensch will solchen Honig haben. Nun sehe ich mich gezwungen, meine Bienen in Gegenden zu bringen, in denen in diesem Jahr noch keine Gentechnikpflanzen wachsen", so der enttäuschte Imker. "Wo sollen die Imker hin um auszuweichen, wen der Gen-mais für Rinderfutter und Bio-Energie in der Fläche verbreitet angebaut wird?"
"Es ist ein Unding, dass sich die Koalition nun auf ein Gentechnikgesetzgesetz geeinigt hat, dass die Belange von Imkern und Honigkonsumenten außen vor lässt. Die Ursache scheint zu sein, dass sie keine Lösung für deren Probleme mit der Koexistenz hat.“, so Peter Röhrig Gentechnikexperte des BÖLW.
Da die Bundesregierung mit dem neuen Gesetz nicht für Koexistenz und Wahlfreiheit bei Bienenprodukten sorgt, werden wir wenn nötig bis zum Europäischen Gerichtshof für unsere Rechte kämpfen.“ So der Demeter Imker Thomas Radetzki. Imkermeister Radetzki vertritt ein Bündnis der Imker zum Schutz vor mit Agro-Gentechnik, dem u.a. der Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Assoziation ökologischer Lebensmittel Hersteller (AÖL) und der Demeter-Bund e.V.. angehören. Auch der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund unterstützt das Bündnis.






